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Vectoring-Ausbau: Die Telekom feiert neuen Etappensieg05.09.2016

Foto Die Telekom erhält grünes Licht für den weiteren Vectoring-AusbauUm den Vectoring-Ausbau durch die Telekom gibt es seit Monaten Streit. Auf der IFA durfte der magentafarbene Riese nun einen weiteren Etappensieg im Tauziehen um das schnelle Internet verkünden. Die Reaktion eines Wettbewerbers folgte prompt. Was die Neuerung für Verbraucher bedeutet, weiß PREISVERGLEICH.de.

Berlin – Die Deutsche Telekom hat von der Bundesnetzagentur grünes Licht für den weiteren Ausbau der umstrittenen Vectoring-Breitbandtechnologie erhalten. Im Gegenzug habe sich die Telekom zu einer flächendeckenden Erschließung aller Haushalte in den Nahbereichen mit schnellen Breitbandanschlüssen verpflichtet und eine verbindliche Investitionszusage gegeben, teilte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme am Freitag auf der Elektronikmesse IFA in Berlin mit. Damit könnten weitere sechs Millionen Kunden in Deutschland mit Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde versorgt werden. «Das ist ein Supertag für Deutschland.»

Warum kritisieren die Telekom-Wettbewerber den Vectoring-Ausbau?

Beim Vectoring werden die Daten über herkömmliche Kupferdrahtleitungen transportiert, ohne dass die bestehenden Kabel beispielsweise durch Glasfaser ersetzt werden müssen. Vectoring kann allerdings an den Kabelverzweigern prinzipiell nur von einem Anbieter durchgeführt werden. Deshalb wenden sich Telekom-Wettbewerber gegen den Einsatz dieser Technologie. Kritiker betonen außerden, dass Vectoring nicht wirklich zukunftsträchtig sei und dass der Einsatz dieser Technologie den Glasfaser-Ausbau verzögere.

Das Oldenburger Telekommunikationsunternehmen EWE Tel kündigte umgehend an, gegen diese Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht Köln klagen zu wollen. «Wir werden gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen», sagte ein EWE-Sprecher der in Oldenburg erscheinenden «Nordwest-Zeitung» (Samstag). «Der Breitbandausbau in Deutschland hat heute einen herben Dämpfer erhalten», erklärte er weiter.

Branchenverbände: ein „schwarzer Tag“

Genaus so sahen es die Branchenverbände Breko, Buglas und VATM: «Heute ist ein schwarzer Tag für den zukunftsfähigen, nachhaltigen Glasfaserausbau in Deutschland», erklärten sie in einer gemeinsamen Stellungnahme. Der Beschluss der Regulierungsbehörde ermögliche der Telekom ein weitgehendes Vectoring-Ausbaumonopol in den knapp 8000 Nahbereichen. «Der Nutzen für die Bürger ist denkbar gering, weniger als vier Prozent aller Festnetzanschlüsse werden neu mit 50 Megabit pro Sekunde versorgt», erklärten die Verbände. Deutlich mehr und qualitativ besser wäre beispielsweise mit gezielter Förderung erreichbar gewesen.

Telekom: Glasfaser-Ausbau dauert zu lange

Damme betonte hingegen, wenn man ausschließlich auf Glasfaser setze, dauere es viel zu lange, um Deutschland flächendeckend mit Breitbandzugängen zu versorgen. Die Telekom betreibe mit einer Streckenlänge von mehr als 400 000 Kilometern das größte Glasfasernetz in Deutschland. Allein in den vergangenen fünf Jahren habe sie 120 000 Kilometer neu verlegt.

Zufrieden zeigte sich van Damme mit dem Ausbau des Mobilfunknetzes. Die Telekom habe im fünften Jahr in Folge die Auszeichnung «Bestes Netz» erhalten. 91,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland könne die vierte Mobilfunkgeneration LTE von der Telekom nutzen. Rund zehn Millionen Kunden nutzten bereits bei der Telekom LTE mit Geschwindigkeiten bis zu 300 Megabit pro Sekunde.

Telekom holt Apple fürs Musikstreaming an Bord

Bei Musikstreaming setzt die Telekom nicht mehr alleine auf den Marktführer Spotify. Auf der IFA kündigte die Telekom eine Kooperation mit Apple an. Kunden der Telekom können künftig den Dienst Apple Music ein halbes Jahr kostenlos ausprobieren. Danach kann der Dienst für knapp zehn Euro gebucht und über die Mobilfunkrechnung bezahlt werden. In den Streaming-Angeboten ist das Datenvolumen nicht inklusive. Man habe deshalb das Gesamtvolumen in den verschiedenen Datentarifen signifikant erhöht.

Text: dpa/pvg
Bild: dpa

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