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Cybercrime: Warum es jeden treffen kann01.10.2015

Foto Vorsicht vor CybercrimeDas Internet erleichtert das Leben für Verbraucher, Unternehmen und Behörden. Doch es wird auch von Kriminellen genutzt. Cybercrime ist der Wachstumsmarkt für Mafia-Banden. Sie missbrauchen das Netz für Betrug, Diebstahl oder Erpressung. Viele Gefahren lauern bereits bei banalen Aktivitäten im Alltag.

Den Haag – Online-Kriminalität wird immer aggressiver und bedrohlicher, warnt die Polizeiorganisation Europol in ihrem am Mittwoch (30. September) in Den Haag veröffentlichten Bericht zum organisierten Verbrechen. Unternehmen erlitten dadurch Schäden in Milliardenhöhe. Aber zunehmend treffe es auch Privatleute. Die größten Bedrohungen und was man dagegen tun kann – eine Übersicht:

Was ist Cybercrime?

Kriminelle nutzen das Internet, um in großem Stil Daten zu stehlen und zu missbrauchen. Viele herkömmliche Verbrechen finden nun auch über das Internet statt, wie Betrug, Diebstahl, Bedrohung, Missbrauch oder Erpressung. Das Internet hat auch längst seine eigene Unterwelt, das sogenannte Darknet (wörtlich übersetzt: dunkles Netz). Verbrecher nutzen dieses sehr gut abgeschirmte Netz für Geldwäsche, Drogen- und Waffenhandel oder Kinderpornografie. Dabei hat sich die anonyme Digitalwährung Bitcoin als Zahlungsmittel durchgesetzt.

Was sind die größten Bedrohungen?

Malware – Schadsoftware – ist die Hauptbedrohung für Privatleute und Unternehmen. Computer werden dabei von böswilligen Programmen infiziert oder auch kontrolliert. Kriminelle stehlen damit etwa Daten von Konten oder Kreditkarten. Aber sie können auch ganze Computer blockieren. Dann werden die Besitzer erpresst: Erst wenn sie Geld bezahlen, wird der Zugang wieder freigegeben.

Wie groß ist die Gefahr des sexuellen Missbrauchs mit Hilfe der Online-Welt?

Täter nutzen das Darknet, um Videos oder Fotos zu verbreiten. Zunehmend findet Kindesmissbrauch auch im Live-Stream statt. Durch die große Reichweite nimmt die Nachfrage nach neuem Material schnell zu und daher auch die Gefahr weiteren Missbrauchs. Auch an sich unschuldige Fotos und Videos von Kindern oder Teenagern können missbraucht werden. Auch die Gefahr der Erpressung steigt. Die Täter sind immer schwieriger aufzuspüren, da sie digitale Methoden zur Verschlüsselung und Anonymisierung nutzen.

Wie schädlich sind Hackerangriffe?

Die Zahl der Angriffe auf Datenbanken von Unternehmen, Behörden oder Versicherungen hat zugenommen. Persönliche Daten sind ein kostbarer Rohstoff für Kriminelle. Sie missbrauchen sie für Betrug oder Erpressungen. Zum Beispiel können sie gefälschte Rechnungen an Kunden einer Versicherung schicken – täuschend echt.

Sind Einträge auf Facebook gefährlich?

Auch das soziale Hacking greift um sich. Es ist eine relativ simple Methode. Online-Netzwerke werden gezielt nach persönlichen Informationen oder Fotos durchsucht, die dann missbraucht werden.

Wer steckt hinter dem Cybercrime?

Das Klischee eines einsamen Hackers ist falsch. Das aggressive und systematische Vorgehen weist auf organisierte Verbrecherbanden hin. Sie müssen keine besonderen technischen oder digitalen Fähigkeiten haben. Denn über das Internet werden illegale Hacker-Dienste und schädliche Software angeboten.

Was kann man dagegen tun?

Die internationalen Ermittler arbeiten im Kampf gegen Cybercrime zusammen, aber auch zunehmend mit Sicherheitsexperten der Internet-Unternehmen wie Google oder Microsoft sowie dem Finanzsektor. Behörden, Unternehmen und Computer-Industrie müssen aber mehr für den digitalen Schutz tun – Europol spricht von „Digitaler Hygiene“.

Wie können sich Verbraucher schützen?

Ein guter Virusscanner und eine Firewall für den PC sind Standard. Prinzipiell gilt: Vorsicht vor dem Öffnen eines Anhangs einer E-Mail oder dem Klicken auf einen Link. Niemals Kontodetails oder Passwörter weitergeben. Regelmäßig ein Backup machen. Kinder und Teenager aufklären, dass sie vorsichtig mit Chatten oder Handy-Fotos sein müssen.

Mehr Informationen über Cybercrime liefert das folgende Video:

Quelle: YouTube/Marc Ruef

Text: dpa/pvg

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