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Breitbandatlas: Welche Daten erfasst werden und warum das nicht reicht

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Der Breitbandatlas zeigt, was Netzbetreiber vor bis zu sechs Monaten gemeldet haben. Unsere Verfügbarkeitsprüfung fragt die Anbieter-Schnittstellen in Echtzeit ab – Sie sehen also, welche Tarife und Technologien heute an Ihrer Adresse tatsächlich buchbar sind, nicht was der letzte Halbjahresbericht ausgewiesen hat.

Was ist der Breitbandatlas?

Der Breitbandatlas ist ein öffentlich zugängliches Online-Tool der Bundesnetzagentur, das die Breitbandverfügbarkeit in Deutschland auf Karte und Adressebene darstellt. Seit dem neuen Telekommunikationsgesetz (TKG), das am 1. Dezember 2021 in Kraft trat, sind Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet, ihre Versorgungsdaten adressgenau zu melden. Das heißt: Die Daten beziehen sich nicht mehr auf grobe Gebiete, sondern auf einzelne Adressen und Haushaltspunkte.

Wo finde ich den Breitbandatlas?

Der Breitbandatlas ist unter gigabitgrundbuch.bund.de erreichbar. Einfach Adresse eingeben – die Karte zeigt sofort, welche Technologien und Bandbreiten an diesem Standort verfügbar sind.

Welche Daten erfasst der Breitbandatlas?

Die Versorgungsstatistiken des Breitbandatlas speisen sich aus mehreren Datenquellen, die die Bundesnetzagentur regelmäßig zusammenführt:

  • Versorgungsmeldungen der Netzbetreiber: Alle Inhaber und Betreiber von Telekommunikationsnetzen sind verpflichtet, ihre Verfügbarkeitsdaten zweimal jährlich zu melden. Diese Meldungen erfolgen adressgenau und werden mit einer Adressdatenbank (Nexiga GmbH) verschnitten, die rund 41,5 Millionen Haushalte in Deutschland umfasst.
  • Festnetztechnologien: Erfasst werden alle gängigen stationären Technologien – DSL, VDSL, Vectoring, Kabel (DOCSIS), Glasfaser (FttH/FttB) sowie Technologien wie Fixed Wireless Access. Die Darstellung erfolgt nach Bandbreitenklassen (z. B. 50 Mbit/s, 100 Mbit/s, 1.000 Mbit/s).
  • Mobilfunkversorgung: Für Mobilfunk werden die Technologien 2G, 4G und 5G erfasst. Ab 2025 wird dabei zwischen 5G (alle technologischen Ausprägungen) und 5G Standalone als fortschrittlichster Variante unterschieden. Die Berechnung basiert auf Mindestpegeln und nimmt die Verbraucherperspektive (1,5 m über Grund) als Empfangshöhe an.
  • Rasterdarstellung: Die Verfügbarkeit wird in 100 × 100 Meter großen Rasterzellen dargestellt. Innerhalb dieser Zellen lässt sich die Versorgung sowohl für stationäre als auch für mobile Anschlüsse getrennt abfragen.

Wie oft wird der Breitbandatlas aktualisiert?

Die Netzbetreiber liefern ihre Daten zweimal jährlich. Die aktuell im Breitbandatlas veröffentlichten Festnetzdaten basieren auf dem Stichtag 31. Dezember 2025, die Mobilfunkdaten ebenfalls auf Dezember 2025. Die Bundesnetzagentur arbeitet kontinuierlich daran, die Datenbasis zu verbessern und Abweichungen zum tatsächlichen Ausbauzustand zu minimieren.

Wichtig zu wissen: Der Breitbandatlas zeigt die theoretische Verfügbarkeit an einer Adresse – also ob ein Netzbetreiber dort prinzipiell einen Anschluss anbieten kann. Das sagt noch nichts darüber aus, welche Geschwindigkeit Sie tatsächlich erhalten. Wie nah Sie an der zugesagten Leistung liegen, zeigt erst ein Speedtest.

Was zeigen die aktuellen Breitbandatlas-Daten?

Die jüngsten Zahlen der Bundesnetzagentur (Stand Ende 2025) zeichnen ein differenziertes Bild des Netzausbaus in Deutschland:

  • 100 Mbit/s sind mittlerweile für über 93 Prozent der Haushalte über stationäre Technologien verfügbar.
  • Gigabitversorgung (1.000 Mbit/s über alle Technologien) erreicht knapp 75 Prozent der Haushalte – wobei ein großer Teil dieser Abdeckung auf aufgewerteten Kabelnetzen basiert.
  • Reines Glasfaser (FttH/FttB) war Ende 2023 bei rund einem Drittel der Haushalte verfügbar (32,1 Prozent) – der Ausbau schreitet seither weiter voran.
  • Im Mobilfunk stieg der Anteil der 5G-Messungen im Jahresbericht 2024/2025 auf 55,3 Prozent aller validen Messungen (Vorjahr: 43,8 Prozent).

Breitbandmessung: Was Nutzer tatsächlich bekommen

Neben dem Breitbandatlas (Verfügbarkeit) veröffentlicht die Bundesnetzagentur jährlich auch einen separaten Jahresbericht zur Breitbandmessung. Dieser wertet aus, was Nutzer bei ihren tatsächlichen Anschlüssen messen – also wie gut Anbieter ihre vertraglichen Versprechen einhalten.

Im aktuellen Bericht (Oktober 2024 bis September 2025) erhielten 85,9 Prozent der Festnetznutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Downloadgeschwindigkeit. Insgesamt flossen 766.838 valide Mobilfunkmessungen in die Auswertung ein. Die Daten stammen aus der offiziellen Mess-App der Bundesnetzagentur, die Nutzer freiwillig einsetzen.

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Breitbandatlas vs. Breitbandmessung: Der Unterschied

Breitbandatlas Breitbandmessung
Frage Was ist an meiner Adresse verfügbar? Was bekomme ich tatsächlich?
Datenquelle Meldungen der Netzbetreiber Freiwillige Messungen der Nutzer
Aktualisierung Zweimal jährlich Jährlicher Bericht
Aussage Theoretische Versorgung Reale Leistung im Vergleich zum Vertrag

Der Breitbandatlas der Bundesnetzagentur ist das zentrale Werkzeug, um die Internetversorgung in Deutschland transparent zu machen. Er zeigt adressgenau, welche Technologien verfügbar sind – und wird halbjährlich mit verpflichtenden Meldedaten der Netzbetreiber aktualisiert. Wer wissen will, ob an der eigenen Adresse tatsächlich Glasfaser oder Gigabit-Kabel verfügbar ist, findet dort verlässliche Antworten. Was der Anschluss dann in der Praxis leistet, zeigt erst der Speedtest.