Update: 01.06.2026
Mit dem Handy im Ausland zu telefonieren oder mobil ins Internet zu gehen, kann nach wie vor teuer werden – allerdings längst nicht mehr in jedem Fall. Innerhalb der EU sowie im EWR gilt grundsätzlich das Prinzip „Roam like at home“: Telefonieren, SMS und mobiles Surfen kosten dort in der Regel so viel wie zu Hause. Ausnahmen sind aber möglich, etwa bei sehr günstigen Tarifen, bei Fair-Use-Regeln oder bei längeren Aufenthalten im Ausland. Außerhalb der EU können weiterhin deutlich höhere Kosten entstehen.
Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Roaming im Ausland und Telefonaten aus Deutschland ins Ausland. Wer sich in einem EU-Land aufhält, nutzt seinen Tarif meist ohne Aufpreis. Wer dagegen von Deutschland aus in ein anderes EU-Land anruft, kann weiterhin zusätzliche Kosten zahlen. Für solche Gespräche aus Deutschland in andere EU-Länder gelten Preisobergrenzen von 19 Cent netto pro Minute und 6 Cent netto pro SMS.
Auch beim mobilen Internet ist Vorsicht sinnvoll. Zwar profitieren Reisende in der EU grundsätzlich ebenfalls vom Wegfall der Roaming-Aufschläge, doch nicht jeder Tarif stellt im Ausland automatisch das volle inländische Datenvolumen bereit. Außerhalb der EU oder des EWR kann mobiles Surfen weiterhin schnell teuer werden. Für mobiles Internet gibt es jedoch eine Kostenbremse: Standardmäßig wird die Verbindung bei rund 59,50 Euro brutto gesperrt, sofern keine ausdrückliche weitere Nutzung freigegeben wird.
Prepaidkarte im Reiseland
Eine lokale Prepaidkarte oder eine Reise-SIM ist weiterhin eine gute Lösung, vor allem bei längeren Aufenthalten oder Reisen außerhalb der EU. So lassen sich Gespräche, mobiles Internet und teils auch Hotspot-Nutzung oft günstiger abdecken als mit dem Heimattarif. Praktisch ist, dass viele Angebote heute schon vor der Reise online geprüft und bestellt werden können.
Beachten Sie aber: Je nach Land gelten unterschiedliche Regeln für Registrierung, Aktivierung und Identitätsnachweis. Außerdem erhalten Sie meist eine neue Rufnummer. Für viele Reisende ist das kein Problem, wenn Messenger-Dienste, E-Mail oder Weiterleitungen genutzt werden.
Roaming-Optionen nutzen
Wer nur kurz verreist, fährt mit einer Auslandsoption des eigenen Mobilfunkanbieters oft bequem. Gerade für Länder außerhalb der EU bieten viele Anbieter Tagespässe, Wochenpakete oder Datenoptionen an. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, ob Sie nur erreichbar sein möchten oder regelmäßig telefonieren und surfen.
Innerhalb der EU brauchen viele Reisende heute keinen besonderen Zusatztarif mehr, weil die regulären Inlandsbedingungen gelten. Ein Blick ins Kleingedruckte bleibt trotzdem sinnvoll, besonders bei Unlimited- oder Discount-Tarifen. Dort kann das im Ausland nutzbare Datenvolumen begrenzt sein.
Datenroaming und mobiles Internet
Wenn Sie Kosten vermeiden möchten, sollten Sie Datenroaming vor Reisebeginn bewusst prüfen. Außerhalb der EU ist es oft sinnvoll, Datenroaming zunächst zu deaktivieren, weil Apps im Hintergrund Daten verbrauchen – etwa für Backups, Karten, Fotosynchronisation oder App-Updates. Genau solche unbemerkten Verbindungen treiben die Rechnung schnell in die Höhe.
Öffentliche WLANs können eine gute Alternative sein, sollten aber mit Vorsicht genutzt werden. Greifen Sie nach Möglichkeit nur auf vertrauenswürdige Hotspots zurück, deaktivieren Sie die automatische Anmeldung und rufen Sie sensible Daten nur über verschlüsselte Verbindungen oder per VPN ab. Datei- und Freigabefunktionen sollten in öffentlichen Netzen ausgeschaltet sein.
Tipps für unterwegs
Mit ein paar einfachen Maßnahmen lassen sich unnötige Kosten oft vermeiden:
- Datenroaming vor der Reise prüfen und außerhalb der EU nur gezielt einschalten.
- Automatische App-Updates, Cloud-Synchronisation und Foto-Uploads im Mobilfunknetz deaktivieren.
- Offline-Karten, Tickets und Reiseunterlagen schon vor Abreise herunterladen.
- Vor Reisebeginn kontrollieren, ob Ihr Tarif im Zielland wirklich EU-Roaming oder Sonderkonditionen enthält.
- Bei längerem Aufenthalt lokale Prepaidkarten oder Reise-eSIM-Angebote vergleichen.
- In öffentlichen WLANs keine sensiblen Logins ohne HTTPS oder VPN durchführen.
Telefonieren im Flugzeug
Das klassische Telefonieren über das Mobilfunknetz ist an Bord in der Regel weiterhin kein normaler Standard. Auf den meisten Flügen dürfen Smartphones zwar genutzt werden, aber üblicherweise nur im Flugmodus. WLAN und Bluetooth können je nach Airline zusätzlich erlaubt sein.
Neu ist: Bei einzelnen Airlines und entsprechend ausgerüsteten Maschinen sind inzwischen Sprach- und Videoanrufe über Bord-WLAN möglich. Dabei handelt es sich nicht um normales Mobilfunktelefonieren, sondern um Internet-Telefonie über Dienste wie WhatsApp, FaceTime, Teams oder Zoom. Ob das erlaubt ist, entscheidet die jeweilige Fluggesellschaft.
